Mac Mel - Portrait  
 
 
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In Gedenken an Mac Mel, meine grosse Hundeliebe (22.5.2000 – 21.5.2008)

Ich kann mich noch so gut erinnern, als du Ende Juli 2000 als kleines Wollknäuel mit einem riesengrossen Herz auf der Stirn bei uns eingezogen bist. Das Herz war wohl Zeichen für deine liebenswürdige Art und unsere einmalige Beziehung. Schon mit etwa 10 Wochen haben wir mit Obedience-Aufbauübungen begonnen. Du warst wahnsinnig lernfähig und hast immer mitgedacht. Ich musste mir immer im voraus genau überlegen, wie ich dir eine Aufgabe erkläre. Meist hast du es gleich kapiert. Wenn nicht, warst du „am Boden zerstört“. Ich konnte dir dein ganzes Leben lang nie wirklich beibringen, dass Fehler machen nicht schlimm ist.

Ich sehe vor mir, wie du im Garten herum getollt bist und unseren Beardie Lenny zum Spielen aufgefordert hast. An einem Fadenknoten hattet ihr besonderen Spass. Er wurde immer wieder hin und her gezogen. Natürlich war Lenny eine zeitlang viel stärker und hat dich gallopierend hinter sich her gezogen. Du hast nicht losgelassen, selbst wenn du auf dem Rücken über den Rasen geschleppt wurdest.

Es machte dir auch grossen Spass, dich durch irgendwelche Decken zu „graben“, die auf dem Boden oder dem Sofa lagen. Du hast dort sogar Knochen oder Spielzeug drin versteckt, um die Buddelei noch interessanter zu machen. Damit konntest du dich locker eine halbe Stunde beschäftigen.

Schon früh fiel mir auf, wie gut du Zusammenhänge erkennen und entsprechend handeln konntest. Du warst selbst für einen Border Collie aussergewöhnlich intelligent. Hatte zum Beispiel Lenny einen Knochen, den du auch gerne gehabt hättest, ranntest du zur Eingangstür und hast gebellt. Lenny dachte, es komme Besuch, rannte hin und bellte ebenfalls. In der Zwischenzeit machtest du dich durch eine andere Tür davon, klautest Lenny den Knochen und hast gestrahlt...

Von Anfang an liebtest du dein Spielzeug. Du hattest wenn möglich immer eines davon im Maul. Und dieser „Nuggi“ blieb dann auch dein Leben lang ein Markenzeichen von dir. Sei es beim Begrüssen, beim „Hüten“ von Meerschweinchen, Katzen, Besen, Laubrechen, Rasenmäher, Staubsauger oder auch einfach so. Man sah dich selten ohne Spielzeug, das immer im ganzen Haus verstreut war – da half kein Aufräumen.

Mit fünf Monaten begann parallel zum Obedience-Training der Aufbau zum „Katastrophenhund“. Diese Rettungshundeausbildung war prägend für unser künftiges Leben und unsere unglaublich enge Beziehung. Du hast von Anfang an mit Begeisterung mitgemacht. Hast dich einmal mehr als verlässlichen, mitdenkenden Partner gezeigt. Du hast dich problemlos auf jeglicher Art von Trümmern bewegt. Gingen wir uns jeweils zum Ausgangspunkt einer Suche, hattest du den Figuranten oft schon dort in der Nase. Ein Anzeigen der Richtung beim Losschicken war deshalb äusserst überflüssig, da du sowieso dorthin verschwunden bist, wo du die Person geortet hast. Die grösste Schwierigkeit für mich war, dich in den Trümmerbergen zu finden, wenn du die „verschüttete“ Person durch bellen angezeigt hast. Schliesslich bist du meist bald einmal aus meinem Blickfeld verschwunden und hast die Menschen so schnell gefunden, dass ich da nicht mithalten konnte. Unsere „Katastrophenhunde-Karriere“ endete leider kurz vor dem Einsatztest wegen deinen gesundheitlichen Problemen. Als Ersatz liessen wir dich während den Waldspaziergängen regelmässig jemanden von uns suchen. Es war allerdings sehr schwierig sich gut genug zu verstecken, damit du uns nicht innert wenigen Sekunden bereits gefunden hast.

Neben deiner Ausbildung zum Rettungshund begannen wir etwas später auch den Aufbau im Agility. Zu Beginn warst du etwas reserviert – natürlich aus Angst, etwas falsch zu machen. Doch bald einmal war diese Sportart auch für dich ein riesen Spass. Ich habe wahnsinnig gerne mit dir trainiert und liebte es, an Wettkämpfen mit dir zu starten. Du warst sehr führig, wendig und überraschend schnell. Wir waren ein „Dreamteam“. Du hast mich ohne Worte verstanden, wohl eher gespürt – etwas, das ich sicher mit keinem anderen Hund erleben werde.

Ich habe viele Aktivitäten mit dir ausprobiert oder zur Abwechslung trainiert. Du warst ein super Allrounder. Alles konntest du einfach so. Obedience (welch eine Traum-Unterordnung, hast du gezeigt), Begleithund (machtest du mit links), Dogdance (fandest du total lustig), Wasserrettung (kein Problem für einen leidenschaftlichen Schwimmer wie dich). An den Schafen musste ich dir auch nichts beibringen. Das konntest du ganz alleine. Leider warst du in dieser Meinung ziemlich festgefahren und hast dir nichts von mir sagen lassen.

Ja, deine Gesundheit. Die stand unter keinem guten Stern. Nur wenige Monate alt, hast du bereits das erste Mal gehinkt. Dank einigen Wochen Schonung verschwand das zwar wieder. Doch die gesamten knapp acht Jahre deines Lebens habe ich immer wieder alles versucht, dir zu helfen. Ich habe tausende Franken für tierärztliche Behandlungen, Röntgen, MRI, Akupunktur, chinesische Medizin, Homöopathie, Osteopathie, Physio und Chiropraktik ausgegeben.

Natürlich hattest du auch gute Phasen, in denen du aktiv und unbeschwert dein Leben geniessen konntest. Die letzten Monate deines Lebens habe ich – glücklicherweise – auf jegliche Schonung verzichtet. Ich liess dich machen, was dich glücklich machte und beendete Spaziergänge, wenn du es mir angezeigt hast. Bis zwei Tage vor deinem Tod hast du es dir nicht nehmen lassen, mit Chess über die Wiesen zu rennen, um dann im „down“ auf mein „ready-steady-go“ zu warten. Deine Augen wurden beim „readiiiii....steadiiiiii....“ immer grösser und grösser. Man konnte gleichzeitig eine riesige Anspannung und totales Glück darin erkennen. Ich liebte diesen Ausdruck über alles. Und natürlich hattest du nicht nur einen Namen. Nebst Mac warst du für mich mein Budibutz, Mäclimäc, Müsu. Du hast auf alle reagiert.

Du warst ein friedlicher Hund, der in seinem Leben nicht mehr als vier, fünf Mal etwas unfreundlich zu einem anderen Rüden war. Im Gegenzug hast du bis zu deiner Kastration mit fünf Jahren leider dauernd von anderen Rüden „Haue“ bekommen und warst danach oft verletzt. Dein Rücken hielt solche Attacken jeweils nicht aus.

Eine grosse Freude machte ich dir 2005, als ich Chess zu uns holte. Du hast sie von Anfang an geliebt, mit ihr gespielt und geschmust. Wenn ich euch zusammen sehen konnte, öffnete sich mein Herz und ich war einfach nur glücklich.

Dann der 21. Mai 2008: Unvorstellbar der Schock, als mir die Tierärztin vom Tierspital nicht mitteilte, dass sie dich operieren und du danach wieder gesund sein wirst, wie ich dachte. Nein, sie teilte mir mit, dass du so voll Krebs bist, dass sie nichts mehr tun können. Ich holte dich sofort nach Hause, damit du dort von deinen Schmerzen erlöst werden konntest. Auf dem Heimweg lief „carry you home“ von James Blunt im Radio. Wahnsinnig schmerzvoll, aber so passend, wie nichts anderes. Ich habe dich in den Tod begleitet, deinen Kopf auf meinem Schoss. Ich habe ein letztes Mal deinen geliebten Geruch eingeatmet, der nach deinem Tod langsam von dir gewichen ist. Und ich habe deine Asche unter deinem Lieblingsplatz in unserem Garten beerdigt. Der weisse Rosenbusch davor erinnert an dein schneeweisses Herz auf deiner Stirn...

Mac, du warst mein Leben. Ich hatte stets grosse Angst davor, dass du einmal nicht mehr bei mir bist. Allerdings hätte ich nie damit gerechnet, dass du so bald von mir gehen wolltest. Ich weine immer noch täglich um dich, auch wenn ich dir gönne, dass es dir ohne deinen kranken Körper nun besser geht. Ich habe mit dir gesprochen. Du bist leider nicht bereit, wieder auf die Welt zurück zu kehren. Aber wir werden uns mit Sicherheit wieder sehen. Bis dahin bist du immer bei mir – in meinem Herzen und in meinen Gedanken.

 

 
     

© 2003-2005 by c.boborodea